Wen interessiert das überhaupt? Female Future Force!

Wie konnte es so weit kommen?

Ich schulde euch eine kleine Erklärung. Deswegen will ich vor dem nächsten philosophischen Beitrag, den ich veröffentliche, einen persönlicheren Beitrag posten. Einige von euch fragen sich nämlich bestimmt, warum fünf Monate nichts auf meinem Blog passiert ist. Das frage ich mich tatsächlich auch! Wie konnte es so weit kommen? Ich war am Anfang extrem motiviert und habe jeden Tag an dem Blog gearbeitet. Und dann konnte ich mich plötzlich nicht mehr aufraffen. Es liegt jedenfalls nicht an den Ideen. Ich habe tausend Ideen für Beiträge. Es liegt auch nicht daran, dass ich nicht genug Zeit habe. Ich weiß, wie viel Zeit ich verprokrastiniere.

Seit gestern Abend weiß ich, woran es liegt und was ich dagegen tun kann. Es liegt an den Selbstzweifeln, einhergehend mit der Frage: Wen interessiert es überhaupt, was ich schreibe?

Das Motivationsproblem

Pro Beitrag inklusive Recherche brauche ich circa 10-20 Stunden. Der Grund, warum ich so viel Zeit für einen Beitrag brauche, ist tatsächlich, dass ich vorher viel recherchiere und viel lese. Für den kommenden Beitrag, in dem es übrigens übers Krankfeiern geht, habe ich mir drei Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen und mehrere Artikel gelesen. Mein Ansatz ist es, mit diesem Blog ein alltägliches, persönliches Phänomen aus dem Bereich Wirtschaft, Philosophie und Feminismus herauszusuchen und dieses dann philosophisch bzw. systematisch auszuarbeiten. Ich will meine Beiträge mit relevanten Quellen bestücken und diese Quellen müssen erstmal gefunden bzw. gelesen werden. Das ist der Ansatz, den ich mir ausgesucht habe, weil ich selber meistens nur Beiträge lese, die ich für gut recherchiert halte und bei denen ich merke, da hat sich jemand Gedanken gemacht.

Als ich in den letzten Monaten darüber nachgedacht habe, einen Beitrag zu schreiben und dann zu veröffentlichen, spielte sich in meinem Kopf immer wieder folgendes Szenario ab: Wieso soll ich mich jetzt dreißig Stunden mit diesem Thema beschäftigen und in die Bibliothek fahren, lesen, schreiben editieren etc.? Wer interessiert sich überhaupt dafür? Es gibt Millionen Blogs. Wer soll denn da gerade meinen Blog lesen? Also, wie motiviere ich mich, einen Blogbeitrag zu schreiben, mit einem großen zeitlichen Umfang, ohne dass ich weiß, wer und ob ihn jemand lesen wird?

Ich fange erstmal mit kleinen Schritten an.

Female Future Force

Die Motivation für diesen Artikel ziehe ich aus einem spannendem Event, bei dem ich gestern mit meiner Freundin Steffi von Reiselust und Fernweh war. Wir waren beim Female Future Force Insights Event von Edition F. Das ist eine Art Kick-Off Event für ein einjähriges online Coaching Programm, welches heute startet. Ich bin mitgegangen, weil ich Edition F schon seit längerem folge und die Plattform sehr spannend und inspirierend finde. Natürlich wollte ich auch mal wieder etwas mit meiner Freundin Steffi machen. Und was gibt es besseres, als mit 500 anderen Frauen über Frauenpower zu sprechen? Ich hatte mich vorher gar nicht so sehr mit dem Programm auseinandergesetzt und wusste nur, dass es kurze Vorträge geben wird.

Und dann hörte ich gestern unter anderem Laura Seiler auf der Bühne zu, wie sie von sich selber sagt, sie war immer sehr introvertiert und voll von diesen Selbstzweifeln. Sie erzählte, wie sie das alles überwunden hat und wie sie jetzt einen super erfolgreichen Podcast hat. Es hörte sich überhaupt nicht pathetisch oder esoterisch an, sondern einfach nur spannend und überzeugend. Es geht darum, dass es schon reicht, wenn sich nur eine einzige Person für meinen Blog interessiert und sich davon inspirieren lässt. Also, du eine Person da draußen. Für dich ist dieser Beitrag!

Auf der Bühne

Man hört ja momentan überall viele Dinge wie: „oh jaa Empowerment und positives Denken“ und „Schreib mal auf, wie viel Geld du haben willst und dann wirst du schon sehen, wie es sich manifestiert.“ Deswegen bin ich auch immer skeptisch, wenn ich so etwas lese. Für mich war der gestrige Abend spannend, weil diese Frauen ihre persönlichen Geschichten erzählt haben und sich von ihren Schicksalen oder vermeintlichen Defiziten nicht unterkriegen lassen haben. Alle Frauen auf der Bühne waren total sympathisch und gar nicht überheblich oder arrogant, sondern einfach nur total nett und authentisch. Sie haben sich nicht als Opfer dargestellt, sondern als Kämpferinnen und das alles ohne Pathos oder Arroganz. Vielleicht fand ich es auch so super, weil es Frauen waren, mit denen ich mich identifizieren kann. Es waren intelligente, politisch interessierte, für Gerechtigkeit kämpfende Frauen, von denen die Hälfte Kinder hatten und sie haben weitergemacht und sich eingesetzt, sei es als Journalistin, als Gründerin oder in einer Partei.

In einer kritischen Schlussnote zu dem Event muss ich dennoch erwähnen, dass man in den Goodybag gestern nicht unbedingt so viel Schminke und die Cosmopolitan hätte reinpacken müssen, sondern stattdessen vielleicht eine Ausgabe von Brand eins und eine Powerbank.

Wie es weiter geht

Das Wichtigste für mich ist, dass mich dieser Abend so sehr begeistert hat, dass ich mich gleich heute hingesetzt habe, um an diesem Blogbeitrag zu schreiben. Ich bin so beeindruckt, dass ich mich auch für die Female Future Force Akademie angemeldet habe. Was ein bisschen Frauenpower so alles bewirken kann! So, und nach diesem Beitrag ist die Wand aus Selbstzweifeln jetzt hoffentlich gebrochen und ich kann bald wieder den nächsten Artikel veröffentlichen.

 

2 Kommentare

  1. Fanny sagt: Antworten

    Mich interessiert brennend was du schreibst! 🙂

    1. Sandra sagt: Antworten

      Danke, dann werde ich mich mit dem nächsten Beitrag mal beeilen 🙂

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