Aktien: Finanzielle Unabhängigkeit und Selbstbestimmung

Finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit tragen ungemein dazu bei, frei und selbstbestimmt leben zu können. In unserem momentanen Wirtschaftssystem bedeutet nunmal mehr Geld = mehr Freiheit. Warum also nicht in Aktien investieren? Gerade mal 6 Prozent der deutschen Bevölkerung investiert in Aktien. Und das, obwohl die Zinsen für Giro- und Sparkonten im Keller sind und die Inflation die Ersparnisse auffrisst. Warum nutzt fast niemand diese wirtschaftliche Freiheit? Dabei ist es gar nicht schwer. Gerade Frauen sind gute Anlegerinnen. Also, ran an die Buletten!

Hürde und Risiko

Meiner Meinung nach ist das Schwierigste bei Aktienkauf, die erste Hürde zu überwinden. Aber auch das lässt sich machen. Man muss sich nur auf der Webseite seiner Bank etwas belesen. Ich bin bei einer Direktbank. Dort konnte ich ganz unkompliziert ein Aktiendepot eröffnen.Die Eröffnung war ziemlich einfach, weil man von der Bank durch das Programm geführt wurde. Sobald das Depot eröffnet ist, kann man loslegen.Wenn ich eine Aktie kaufe, dann wird das Geld von meinem Sparkonto verwendet und taucht in meinem Aktiendepot wieder auf. Ich habe bei meinem ersten Aktienkauf gerade mal 120 Euro investiert.

Wenn man sich Sorgen macht, dass man durch Aktienkäufe Geld verlieren könnte, kann man sich vor Augen führen, wie viel Geld man verliert, wenn man mit seinem Ersparten gar nichts macht. Der Grund dafür ist die InflationAuch wenn sie relativ niedrig ist, bedeutet es, dass unser Geld an Wert verliert.

Legt man, zum Beispiel, 1000 Euro zu Weihnachten 2016 auf ein Sparbuch, bei dem es 0,35 % Zinsen p.a. gibt, dann hat man zu Weihnachten im nächsten Jahr – mit einer erwarteten Inflationsrate von 1,7% – nur noch 986 Euro „übrig“. Man hat einen Verlust von 14 Euro gemacht. Während das Geld auf Girokonten definitiv weg ist, kann eine Aktie, die ins Minus gerutscht ist, immer wieder steigen. Wenn man sich mit wirtschaftlichen Zusammenhängen etwas auskennt, wenn man weiß, was politisch auf der Agenda steht und Nachrichten verfolgt, ist das Risiko beim Aktienkauf überschaubar.

Aktien von Unternehmen kaufen, die man kennt

Ich habe meine erste Aktie im Jahr 2012 gekauft. Einfach so. Ohne dass ich mich vorher groß mit Aktien NY Stock Exchangebeschäftigt habe. Ich habe auf meine wirtschaftlichen Kenntnisse und meine Intuition vertraut. Der Kurs der Facebook Aktie stand damals bei ca. 22 Euro.

Seitdem es Facebook gibt, nutze ich es. Als Facebook so richtig bekannt wurde, war ich gerade in Australien und es war eine super Möglichkeit, sich mit allen Freunden, die man damals kennengelernt hat zu vernetzen. 2012 kannte ich Facebook also schon 6 Jahre.

Ich dachte mir: dieses Unternehmen ist so innovativ, es hat Millionen Nutzer auf der ganzen Welt und Facebook hat Freundschaften revolutioniert; die Aktie des Unternehmens kann nur steigen. Also habe ich 5 Facebook Aktien gekauft. Ich habe mit Gebühren ca. 120 Euro investiert und erst einmal nichts weiter gemacht.

Einen Plan haben

Bevor man eine Aktie kauft, sollte man allerdings einen Plan haben. Folgendes sollte beachtet werden:

Wie groß ist meine Investition in diese Aktie?
Wie viel Gewinn will ich mit dieser Aktie erzielen?
Wieviel Verlust kann ich maximal akzeptieren?

Das klingt jetzt erst einmal trivial. Aber man darf nicht die Macht der Gier unterschätzen, die eine rationale Analyse trübt. Meine erste Facebook Aktie von 2012 habe ich ein Jahr später mit einem Gewinn von 50% verkauft. Für mich war das viel Geld dafür, dass ich quasi keine Arbeit damit hatte. Ich habe mich sehr gefreut. Meine Einschätzungen waren richtig. Ich weiß aber nicht, was ich gemacht hätte, wenn der Kurs der Aktie gefallen wäre. Dafür hatte ich keinen Plan und es hätte nach hinten losgehen können.

Dieses Jahr habe ich noch einmal Facebook Aktien gekauft. Diesmal zum Kurs von 105 Euro pro Aktie. Jetzt könnte ich mich natürlich ärgern, dass ich damals die Aktien nicht noch länger behalten habe. Leider wusste ich das damals nicht. Facebook stand in Deutschland häufig in der Kritik und es hätte genauso gut sein können, dass die Aktie wieder fällt. Dieses hätte, könnte, würde darf die Einschätzung beim Aktienkauf bzw. -verkauf nicht beeinflussen, denn dann hat man keinen klaren Kopf mehr.

Wenn zum Beispiel alles dafür spricht, dass der Kurs einer Aktie weiter fallen wird, dann sollte man verkaufen, anstatt sie weiter zu behalten, in der Hoffnung es ändert sich noch etwas. Hier tappt man schnell in die Falle der verlorenen Kosten, wenn man an Aktien festhält, nur weil man den Verlust nicht akzeptieren will. In den meisten Depots kann man auch einen sogenannten Stop-Loss einbauen, der automatisch vor größeren Verlusten schützt.

Das heißt nicht, dass man vor Verlusten sicher ist, wenn man einen Plan hat, aber man begrenzt Verluste und man lässt sich nicht von irrationalen Gedanken in die Irre führen. Mein Ziel ist es, auf mein Erspartes einen Gewinn von 7-10% zu erzielen, damit ich die Inflation schlage und noch etwas oben drauf habe, um mir etwas Schönes zu kaufen. Ich möchte nicht mit Aktien „zocken“ und kaufe zum Beispiel keine risikoreichen Hebelprodukte.

Strategien

Letztes Jahr habe ich mich mit Fachliteratur und Strategien auseinandergesetzt. Das Buch Aktien für Dummies (mein einziges Buch zu dem Thema) schlägt, unter anderem, die Trendfolgestrategie, die Sell-in-Summer-Strategie und die Dividendenstrategie vor.

Bei der Trendfolgestrategie folgt man dem Trend einer Aktie und springt auf, wenn sich eine Aktie gut entwickelt. Das Problem ist, dass man einen Trend erst einmal erkennen muss.

Die Sell-in-Summer-Strategie besagt, dass man Aktien am besten im September kauft und im Juli wieder verkauft. Das Magazin Börse Online hat diese Strategie auf die vergangen 24 Jahre getestet. Wäre man dieser Strategie gefolgt, wäre eine Rendite von 14,4 % drin gewesen.

Die Dividendenstrategie läuft darauf hinaus, dass man sich die Höhe der letzten Dividendenausschüttung des Unternehmens anguckt und daraufhin Rückschlüsse auf den Erfolg einer Aktie zieht.

Ich finde Analystenempfehlungen eine sehr gute Orientierung. Diese Empfehlungen besagen, ob man eine Aktie kaufen, halten oder verkaufen soll. Diese und weitere Informationen finde ich im Aktienportfolio, welches ich auf der Website meiner Bank anschauen kann: wie hat sich die Aktie in den letzten Jahren/Monaten entwickelt; was ist das erwartete Kursziel; welches sind die nächsten wichtigen Termine (z.B. Quartalszahlen) usw.
Wenn diese Werte mit meiner Analyse des Unternehmens übereinstimmen, dann kaufe ich die Aktie. Meine Hauptstrategie für eine Aktie ist, dass ich das Unternehmen kenne und das Produkt selber benutze bzw. davon überzeugt bin.

Fazit

Für mich ist der Handel mit Aktien eine Möglichkeit für mehr finanzielle Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Auf auf der einen Seite hat man mehr Geld zur Verfügung hat, sobald die Aktien Gewinne abwerfen. Auf der anderen Seite nutzt man seine finanzielle Selbstbestimmung und entscheidet selber, wie man sein Geld vermehrt und ist unabhängiger von der Bankenpolitik, Niedrigzinsen und der Inflation.

Selbst wenn es erst einmal nach viel Arbeit klingt, wenn die erste Hürde überwunden ist, passiert vieles automatisch: man macht abends den Fernseher kurz vor 20 Uhr an, um die Börse zu schauen und guckt danach die Tagesschau. Man liest mal hier und mal da einen Artikel auf Spiegel Online/FAZ/Zeit Online. Ich lese zum Thema Wirtschaft außerdem gerne:

Wirtschaftswoche – allgemeine wirtschaftliche Analysen und Aktienentwicklungen
brand eins – unterhaltsame Artikel zum Thema Wirtschaft, Politik und Unternehmen, aber kein konkreter Fokus auf Aktien
Börsen-Zeitung –  teilweise etwas trocken, aber dafür gibt es objektive Artikel zum Thema Wirtschaft und Aktien

 

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